Lebensberichte

Home / Lebensberichte

Brian S. (Name geändert)

eriab-s

Brian wurde 2007 in Uganda geboren

Lebensbericht

Die Eltern von Brian begannen ihre Beziehung 1993 und hatten gemeinsam fünf Kinder. Brians Vater starb 2010 an AIDS und hinterließ ein Grundstück von 50×100 m, auf dem ihr Holzhaus mit einem Zimmer steht. Um das Essen für ihre Familie an-zubauen, erbat sich Brians Mutter von ihrem Onkel ein Stück Land, wovon sie sich ernähren und eventuellen Überschuss umsetzen, um sich das Nötigste zu kaufen zu können.

Mehr als die ersten sechs Jahre Schulbildung haben Brians ältere Geschwister nicht erreicht. Sie leben von der Hand in den Mund und haben überhaupt keine Ersparnisse. Das Schlimmste ist, dass Brians Mutter auch HIV-positiv ist. Deshalb muss sie sich monatlich Nachschub an antiretroviralen Medikamenten holen. Dies ist für sie aber manchmal unmöglich, weil sie keine Mitfahrgelegenheit findet. Dadurch ist sie schwach geworden und kann Brian nicht mehr versorgen, wie es nötig wäre. Brian ist in die Schule gegangen, obwohl er oft heimgeschickt wird, weil das Geld für die Gebühren fehlt. Trotz der Situation, in der sich die Familie Ssemambo befindet, und obwohl er nur darauf hoffen kann, seine sechs Jahre Schulbildung abzuschließen, ist Brian optimistisch und möchte gerne Arzt werden, um anderen Menschen zu helfen, die kein Geld haben. Auch möchte er ein Krankenhaus in seiner Ortschaft bauen, weil es dort keine Krankenhäuser gibt und man in entfernte Nachbarorte fahren muss, um behandelt zu werden.

Diese Hoffnung und positive Einstellung bewog Brians Mutter dazu, sich an L’ESPERANCE zu wenden und um Unterstützung für Brian zu ersuchen, damit sein Traum, Arzt zu werden, in Erfüllung gehen kann, auch wenn sie dies wahrscheinlich nicht mehr erleben wird. Sie sagte außerdem, dass sie überall glücklich sei, wenn sie nur wisse, wenigstens eines ihrer Kinder habe im Leben Erfolg.

L’ESPERANCE möchte genau diese Hoffnung, Zuversicht und positive Einstellung in den Waisenkindern, für die wir sorgen, fördern, und das gerade angesichts der großen Herausforderungen, vor denen sie stehen. Deshalb sind wir froh, Teil von Brians zukünftiger Erfolgsstory zu werden, indem wir ihn bei uns aufnehmen und ihm eine Ausbildung ermöglichen und seine Grundbedürfnisse stillen.

Berichtet von Rebecca Mulembe, leitende Mutter des L’ESPERANCE Kinderdorfes Kinyo. Übersetzer: Kai Mester

Es sind weit über 100 Waisen und Halbwaisenkinder, für die um Hilfe ersucht wurde. Die schlimmsten 40 Fälle haben wir aufgenommen. Zusammen mit unseren Paten werden wir alles Mögliche tun, damit Brian zu einem lebenstüchtigen, hoffnungsvollen jungen Mann heranwächst.

Lisa T. (Name geändert)

betty_tibiri

Lisa wurde 2008 in Uganda geboren und hat drei Geschwister.

Lebensbericht

Lisas Vater war Fischer. Er ertrank eines verhängnisvollen Tages bei seiner Arbeit und ließ die Mutter mit den vier Kindern allein zurück. Obwohl Lisa die jüngste der Schwestern ist, war sie die einzige, die zur Schule ging. Die älteren müssen mithelfen, den Lebensunterhalt zu verdienen. Sie hat uns ihr großes Interesse am Lernen geschildert, obwohl sie mit dem linken Ohr nicht gut hört.

Das Leben der Familie verlief gut, bis der Vater im Victoriasee ertrank. Als Fischersleute hatten sie kein festes Zuhause, lebten in einfachen Holzhütten und zogen von Insel zu Insel, immer auf der Suche nach guten Fischgründen. Nach dem Tod von Lisas Vater ging die Mutter mit ihren vier Kindern an den Ort, an dem die Familie ihres Mannes wohnt. Weil ihre Kinder zur Familie gehörten, war sie gewiss, Aufnahme zu finden. Zu ihrer Überraschung wurde sie jedoch abgewiesen. Niemand hatte Platz für die fünf und Robert hatte dort kein eigenes Haus. Auch seine Eltern waren bereits gestorben, so dass sie niemand aufnehmen wollte oder konnte. Sie sagten, sie hätten bereits genug mit ihren eigenen Problemen zu tun und wiesen die Mutter mit ihren Kindern schroff ab. Sie solle verschwinden, sich irgendwo anders einen Platz suchen und die Verwandtschaft vergessen.

Also hatte sie keine andere Wahl, als mit den Kindern zu ihrer alten, schwachen, an Aids erkrankten Mutter zu ziehen. Die hatte ihnen nicht mehr zu bieten, als ein Dach über dem Kopf. Nun hatten sie nicht einmal mehr das Nötigste, an Schulbesuch für die Kinder war nicht zu denken. Dabei war es Lisas großer Wunsch, einmal Ärztin zu werden, um anderen zuhelfen, die wie sie, Gehörprobleme haben. Stattdessen musste jeder sich bemühen, Mutter wie Kinder, durch Gelegenheitsarbeiten genug zum Überleben zu bekommen.

Das kleine Mädchen ist fleißig, will alles Mögliche lernen. Lisa half bei einfachen Hausarbeiten, wusch das Geschirr ab, passte auf den ein Jahr jüngeren Bruder auf. Sehnsüchtig ging sie hinter den Kindern her, welche die Schule besuchen konnten. Das rührte ihre Großmutter an, so dass sie eine ihrer Tanten bat, Lisa bei sich aufzunehmen.

Obwohl die Tante auch nur, mit einem kleinen Acker, von der Hand in den Mund lebt, hat sie doch ein gutes Herz und nahm das Mädchen auf. Um Lisas großen Wunsch zu erfüllen, auch zur Schule gehen zu dürfen, begann sie Pfannkuchen zu backen und zu verkaufen, um damit das Schulgeld bezahlen zu können. So ging Lisa zur Schule, bis eines Tages ihr Mann kam, der noch zwei weitere Frauen und 9 Kinder hat und sagte, er wolle kein fremdes Kind im Haus haben. Wenn die Tante seine Anordnung missachte und Lisa weiter im Haus bliebe, würde sie es noch bereuen, sie aufgenommen zu haben. Sie nahm das nicht ernst, bis er ihr kein Geld mehr für die Kinder gab und dann ganz verschwand. Das ist nun vier Monate her. Der Mann hat das Haus nie mehr betreten.

In dieser Zwangslage suchte Lisas Tante die Hilfe von L’ESPERANCE, und fragte, ob wir sie nicht im Kinderdorf Kinyo aufnehmen könnten, damit sie wieder ein Zuhause fände und ihr großer Wunsch, einmal Ärztin zu werden, vielleicht doch noch wahr werde. Die Notlage der Mutter, der Großmutter und der Tante, sowie der Eifer des kleinen Mädchens zu lernen, gaben den Ausschlag, der Aufnahme zuzustimmen.

Es sind 101 Waisen und Halbwaisenkinder, für die um Hilfe ersucht wurde. Zusammen mit unseren Paten werden wir alles Mögliche tun, damit Lisas Hoffnung sich erfüllt, dass sie ihrem Land helfen kann und auch ihrer Mutter und den Geschwistern.

Berichtet von Rebecca Mulembe, leitende Mutter des L’ESPERANCE Kinderdorfes Kinyo.

Übersetzer: Paul Kowoll

Jonas S. (Name geändert)

yunusu-ssempeebwa

Jonas ist 2012 in Uganda geboren und hat drei Geschwister.

Lebensbericht

Der ist im Wesentlichen der Leidensweg der Mutter. Sie heiratete 1999 ihren ersten Mann, dem sie bald einen Sohn gebar. Kurz nach der Geburt ihres zweiten Kindes, einer Tochter, starb ihr Mann Ende 2001. Ihm gehörte ein Fahrrad und an ihrem Wohnort ein Stück Land. Wenn er sterbe, er hatte Aids, solle es ihr und den Kindern gehören, hatte er versprochen. Er wurde am Wohnort seiner Familie begraben. Zu seiner Beerdigung erschienen zwei weitere seiner Frauen mit drei Kindern und beanspruchten, weil ihre Kinder die älteren seien, das Grundstück als ihr Erbe. Auch um ihr Haus mit vier Räumen gab es Streit. Das wollten ihre Schwäger haben. Was der Mutter bleiben würde, wären einige Habseligkeiten im Haus und eine Lautsprecheranlage. Durch Bekanntmachungen im Ort hatte sie etwas Geld verdient.

Als die Mutter mit ihren beiden Kindern von der Beerdigung zurück zu ihrem Dorf kam, fand sie die Tür des Hauses offen, die Wohnung ausgeräumt, einiges gestohlen, anderes zu Asche verbrannt. Das sei die Strafe dafür, dass sie ihren Mann, das Mitglied ihrer Familie, mit Aids angesteckt habe, sagten die Verwandten. So packte die Mutter ihr Baby auf den Rücken, nahm ihren zweijährigen Sohn an der Hand und machte sich auf den Weg zu ihrer Mutter. Die gab ihr ein kleines Stück Land, auf dem sie anbaute, was sie brauchten und auch einiges, was sie verkaufen konnte.

2005 ging die an Aids erkrankte Mutter eine neue Beziehung ein. Sie wurde die Frau eines Fischers. Sie mieteten für 5.000 Ugandaschillinge im Monat eine kleine Hütte. Sie gebar ihrem Mann zwei Buben und unseren Jonas. Vor etwa zwei Jahren kam ihr zweiter Mann nicht von seiner Arbeit zurück. Er war beim Fischen im Victoriasee ertrunken. Nach der Beerdigung wurde sein Testament geöffnet. Ihr Mann hatte ihr und den Kindern zwei junge Kühe vermacht. Jedoch auch diesmal wurde der Wille des Verstorbenen missachtet. Er hatte zwei weitere Frauen, welche der Mutter von Jonas die Tiere mit der Begründung wegnahmen, sie als die ersten Frauen hätten auch die Kühe zu erhalten.

So war sie erneut im Elend. Sie hatte vier Kinder zu ernähren, sie und ihre Kinder brauchen jeden Monat Medikamente, und sie hatte die Hausmiete zu bezahlen. Um zu überleben musste sie hart arbeiten.

Ihre Mutter gab ihr ein weiteres Stück Land, auf dem sie Feldfrüchte zum Verkauf anbaute. Mit dem Verdienst war es der fleißigen Frau möglich, auf dem Markt einen kleinen Stand zu betreiben, in dem sie auch einfache, selbst zubereitete Speisen anbietet. Mit dem, was sie verdient, kann sie mit den Kindern gerade so überleben. Bei alledem fühlt sie, dass sie immer schwächer wird. Was soll aus ihren Kindern werden, wenn sie nicht mehr lebt? Sie können noch nicht selbst für sich sorgen.

In dieser Lage suchte die Mutter von Jonas die Hilfe von L’ESPERANCE und fragte, ob wir ihr nicht etwas von ihrem Stress und ihrer Last abnehmen könnten. Um über die Runden zu kommen und die Älteren in die Schule schicken zu können, haben sie manchmal nur eine Mahlzeit am Tag. Sie bat uns, wenigstens den kleinen Jonas aufzunehmen, damit es ihm besser ginge. Ihre Notsituation gab den Ausschlag, der Aufnahme zuzustimmen.

Berichtet von Rebecca Mulembe, leitende Mutter des L’ESPERANCE Kinderdorfes Kinyo

Übersetzer: Paul Kowoll

Es sind 101 Waisen und Halbwaisenkinder, für die um Hilfe ersucht wurde. Zusammen mit unseren Paten werden wir alles Mögliche tun, damit Jonas zu einem lebenstüchtigen, hoffnungsvollen jungen Mann heranwächst.

John N. (Name geändert)

ivan-nabusuulwa

John ist 2008 in Uganda geboren und hat keine Geschwister.

Lebensbericht

Johns Vater, war Lehrer, die Mutter Kleinbäuerin. Beide starben kurz nacheinander an Aids und ließen John allein zurück. Da war zunächst niemand, der ihn aufnehmen konnte oder wollte. So blieb der kleine Bub schon in zartem Alter auf sich gestellt. Er lief im Ort umher, immer auf der Suche nach etwas Essbarem, tat hier und da kleine Gefälligkeiten. Schließlich erbarmte sich eine Tante väterlicherseits und nahm den Jungen auf. Sie hatte lange gezögert, weil sie im letzten Stadium an Aids litt. Kurze Zeit, nachdem John zu ihr kam, starb sie. Jetzt wurde das Leben des Buben noch verzweifelter. Nachdem seine Eltern und die Tante kurz nacheinander gestorben waren, meinten die aber gläubigen Dorfbewohner, der Junge sei mit einem Fluch belegt und wer immer ihn aufnehme, müsse sterben. In seinen Hungerqualen wühlte er schließlich auf dem Müllplatz nach Essbarem.

Bald litt John an Kwashiorkor, an Eiweißmangel, bekam am ganzen Körper Geschwüre, in die Fliegen ihre Eier legten, so dass sie voller Maden wurden und war von Wunden durch Sand-Flöhe geplagt. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich dramatisch. Einige Leute, denen der Bub leidtat, forschten herum, ob es nicht irgendwo noch entfernte Verwandte von ihm gäbe. Sie erfuhren von einer entfernten Cousine, suchten sie auf und berichteten von Johns Zustand. Obwohl sie selbst mit einem kleinen gepachteten Stück Land von der Hand in den Mund lebt und nur mit Mühe für die eigenen Kinder sorgen kann, nahm sie den Jungen auf. Sie behandelte ihn, entfernte Sandflöhe und Maden, suchte ein Medikament gegen die Eiweißmangelerkrankung. So ging es John bald besser. Aber mehr konnte sie nicht tun. Sie hat kein Geld, um das Kind in die Schule zu schicken.

Deshalb wandte sich die barmherzige Frau an L’ESPERANCE. Sie sagte, dass sie John zwar gern weiterhin helfen würde, dass ihr dazu jedoch die Möglichkeit fehlt. Auch gibt es keinen anderen Verwandten, der bereit ist, dem Kind zu helfen. Sie bat uns, John die Zuwendung zu geben, die es ihm ermöglicht, die Hölle, durch die er gehen musste, zu vergessen und ihm eine Erziehung angedeihen zu lassen, die es ihm erlaubt, auf sich allein gestellt, sein Leben zu meistern. Wir wollen alles dafür tun, dass John all das erhält, was er braucht und ihm darüber hinaus den Glauben an Gott vermitteln, der sein himmlischer Vater ist, der einen guten Plan für ihn und für seine Zukunft hat.

Berichtet von Rebecca Mulembe, leitende Mutter des L’ESPERANCE Kinderdorfes Kinyo.

Übersetzer: Paul Kowoll

Es sind 101 Waisen und Halbwaisenkinder, für die um Hilfe ersucht wurde. Die schlimmsten 39 Fälle haben wir aufgenommen. Zusammen mit unseren Paten werden wir alles Mögliche tun, damit John zu einem lebenstüchtigen, hoffnungsvollen jungen Mann heranwächst.