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Über uns

L’ESPERANCE hat es sich zur Hauptaufgabe gemacht, Waisenkindern als den schwächsten und hilflosesten Wesen der menschlichen Gesellschaft wieder die Geborgenheit und Wärme einer Familie zu schenken. Die Kinder erfahren in kleinen Hausgemeinschaften Schutz und Zuwendung. Einem L’ESPERANCE-Kinderdorf werden verschiedene Erwerbszweige angegliedert. Sie erzeugen Güter, die zum Unterhalt der Dorfgemeinschaft und zum Verkauf dienen. Ziel ist es, dass sich ein Dorf nach dem Aufbau selbst tragen kann. Das Engagement der westlichen Welt soll lediglich Hilfe zur Selbsthilfe sein und nicht zur Abhängigkeit führen. Die verschiedenen Erwerbszweige des L’ESPERANCE-Kinderdorfes sind darüber hinaus Ausbildungsstätten für Waisenkinder. Vom Schulalter an erhalten sie ein ihren körperlichen und geistigen Fähigkeiten angepasstes aufbauendes praktisches Training, so dass sie mit vielseitigen Fähigkeiten und Kenntnissen ins Leben entlassen werden können. Um eine optimale stoffliche Verknüpfung zwischen theoretischer und praktischer Schulung zu erreichen, gehören zu den Kinderdörfern eigene Grundschulen und Gymnasien. Sie sollen zudem die christliche Erziehung vertiefen.

Adresse

L’ESPERANCE Kinderhilfe e.V.
Winterstetten 31
88299 Leutkirch

Tel.: +49 (0) 7567 2081966

E-Mail: info@lesperance.de

Spendenkonten

Sparkasse Hanau

IBAN: DE17 5065 0023 0034 2222 24 (BIC: HELADEFIHAN)

Hypo Salzburg

AT98 5500 0000 0207 9011 (BIC: SLHYAT2S)

Postfinance AG Schweiz

IBAN: CH81 0900 0000 8516 2144 0 (BIC: POFICHBEXXX)

Die Geschichte von L’ESPERANCE Äthiopien

L’ESPERANCE-Kinderhilfe wurde 1983 von Gliedern der Adventgemeinde Hanau gegründet, mit dem Ziel Waisenkindern ein Zuhause zu geben, sie mit dem Herrn Jesus Christus bekannt zu machen und in Seine Gemeinde zu führen.

1984/1985 wurde Äthiopien von einer großen Hungersnot heimgesucht, die etwa 8 Millionen Menschen das Leben kostete. Viele Kinder verloren ihre Eltern.

In dieser Zeit machte sich Paul Kowoll, damaliger Leiter von L’ESPERANCE-Kinderhilfe, auf den Weg in das gebeutelte Land, um diesen Kindern zu helfen. Er reiste allein, fast ohne Geld, ohne jemanden zu kennen oder angemeldet zu sein, ohne Bleibe, ohne eine starke Organisation im Rücken, ohne ausreichende Sprachkenntnisse, aber mit dem Vertrauen im Herzen, dass Gott zu seinem Auftrag auch die Verheißungen gegeben hat. Und er durfte erleben, wie Er eine Tür nach der anderen öffnete.

In Äthiopien traf er auf Glaubensgeschwister, die um Hilfe gebetet hatten und ihn unterstützten. Und das Wunder geschah. Schon sechs Stunden nach dem ersten Kontakt mit der Regierung erhielt er kostenlos 15 Hektar fruchtbares Land am Fluss nur 20 km von der Hauptstadt entfernt. Hier sollte das Kinderdorf entstehen! Die Stadtverwaltung von Akaki Beseka stellte L’ESPERANCE außerdem ein Haus zur Verfügung, damit schon gleich die ersten Kinder aufgenommen werden könnten.

Nach nur 51 Tagen waren alle Vorbereitungen zum Beginn der Kinderhilfe in  Äthiopien abgeschlossen. Mit dem letzten Birr wurde Pauls Gepäck in den Flughafen gebracht. Ohne Geld aber mit einer großen Verantwortung reiste Paul nach Deutschland zurück, während die Mitarbeiter vor Ort sich an die Arbeit machten. Das erste Waisenhaus wurde auf dem Gelände errichtet und der Boden bestellt.

Als Paul im Februar 1986 nach Äthiopien zurückkehrte, lebten bereits 23 Kinder im Kinderdorf. Viele der Kleinen hatten mit ansehen müssen, wie ihre Eltern verhungerten oder durch Nahrungsmangel geschwächt von einer Krankheit hinweggerafft wurden. Die meisten waren selbst nur knapp dem Tode entronnen. Es war eine große Freude für Paul zu sehen, wie aus verängstigten, einsamen, unterernährten, hilflosen Wesen wieder fröhlich lachende, gesunde Kinder geworden waren.

Weitere Waisenhäuser wurden gebaut, sowie Wohnhäuser für Mitarbeiter. Heute leben auf dem Gelände über 70 Waisenkinder. Außerdem gibt es dort einen Kindergarten, eine adventistische Schule (Grund- bis Oberstufe) mit über 1000 Schülern, ein Internat, eine große Adventgemeinde,  eine medizinische Ambulanz, eine Lehrfarm mit Garten- und Ackerbau, Milchviehhaltung sowie eine Imkerei. Die aktuellen Zahlen sind unter der Rubrik Projekte aufgeführt.

Mehr über die Entstehungsgeschichte des Kinderdorfs in Akaki findet sich in dem spannenden Buch Leben aus erster Hand, in dem L’ESPERANCE-Gründer Paul Kowoll aus seinem Leben erzählt. Es kann gegen eine Spende von 8 € bestellt werden.

 

Die Geschichte von L’ESPERANCE Uganda

1987 ging in Uganda der letzte blutige Bürgerkrieg zu Ende. Eine Unzahl Kinder hatten ihre Eltern verloren. Das einst reiche Land war zu einem der ärmsten der Erde geworden. Nachdem die neue Regierung ihre Arbeit begonnen hatte, bot L’ESPERANCE Anfang 1988 seine Hilfe für Waisenkinder an. Zu der Zeit zogen noch immer bewaffnete Banden ehemaliger Soldaten mordend und plündernd durch die Gegend.

Es sollte Jahre dauern, bis in den meisten Gebieten des Landes die Sicherheit wiederhergestellt war. Nur 13 km von der Hauptstadt Kampala entfernt übernahm L’ESPERANCE ein 45 ha großes Grundstück in herrlicher Lage direkt am Victoriasee.

Noch bevor das Land übertragen war und mit den Bauarbeiten begonnen werden konnte, begann die Hilfe für Waisen: 25 elternlosen Kindern wurde Unterkunft und Lernen in christlichen Internatsschulen ermöglicht, um bis zur Fertigstellung der ersten Waisenhäuser der schlimmsten Not abzuhelfen.  Zu diesen kamen bald 25 weitere Waisen hinzu, während 1989 eine Zufahrtsstraße angelegt und mit dem Bau von Familienhäusern begonnen wurde. Im folgenden Jahr konnten die ersten Waisenkinder einziehen. Die meisten hatten ihre Eltern in den Kämpfen und Gräueln des Krieges verloren. Einige Eltern waren an Krankheiten, vornehmlich an AIDS, verstorben.

Neben den Familienhäusern wurden im Kinderdorf eine Schule und ein Gemeindehaus für Gottesdienste und soziale Treffen errichtet. Große Gartenflächen und Obstplantagen wurden angelegt. Es entstand eine medizinische Ambulanz mit einer kleinen Entbindungsstation, Werkstätten für Metall-, Holz-, Textil- und Lederverarbeitung, ein kleiner Laden und ein Stall für Hühnerhaltung.

Nach und nach konnten 100 Waisenkinder aufgenommen werden, die neben dem Schulunterricht auch praktische Unterweisungen in den verschiedenen Arbeitsbereichen des Kinderdorfs erhielten.

2011, nach 23 Jahren, in denen L’ESPERANCE in Kirinda beständig Hilfe an notleidenden Waisenkindern leistete, musste dieses Kinderdorf geschlossen werden. Grund war ein neues ugandisches Gesetz, welches nach einer Volksabstimmung dem Stamm der Buganda die Einführung eines repräsentativen Königtums gestattete. Es gab auch alles Land zurück, das dem König vor den Bürgerkriegen gehört hatte. Dieser war nicht gewillt, den Erbpachtvertrag, den L’ESPERANCE mit der Regierung geschlossen hatte, zu übernehmen.

Mit dem Verlust des wunderschönen Seegrundstücks wurden wir gedrängt, die Gebäude möglichst schnell zu räumen. Damit wurden 100 Kinder und Jugendliche heimatlos. Für sie galt es nun, das Beste aus der Situation zu machen und ihre Zukunft neu zu organisieren. Sie wurden von uns auf teure Internatsschulen geschickt. Mit entfernten Verwandten und hilfsbereiten Familien wurde vereinbart, dass alle in den Ferien ein Unterkommen haben.

Nach fünf Wochen intensiver Suche gelang es uns, das schön gelegene Grundstück Kinyo am Victoriasee, zu kaufen und von vorn zu beginnen.

2012 wurde mit dem Bau des Wohnhauses für den Leiter und daran anschließender zwei kleiner Gästehäuser begonnen.

2013 stellte Matthias Kowoll in nur vier Wochen in einer beachtlichen Ingenieursleistung von der Fassung zweier Quellen über ein Verteilerhaus und 5,4 km Leitungen die Wasserversorgung des Dorfes sicher. Die begonnenen Gebäude wurden fertiggestellt und mit dem Bau der ersten Häuser für Waisen begonnen.

2014 zogen 40 Kleinkinder in die neuen Häuser ein, die sämtlich aus für uns unvorstellbarem Elend kamen. Es wurde ein Hühnerstall für 1.000 Tiere gebaut, eine Bananenplantage angelegt, eine Kakaopflanzung begonnen, eine Nutzholzpflanzung vorgenommen und Gemüse angebaut.

Im Januar 2015 war die notwendige Infrastruktur komplett. Alle wichtigen Abteilungen waren in Betrieb. Ein Kindergarten und die ersten beiden Klassen der Grundschule konnten im Februar eröffnet werden. Zu den 40 Waisenkindern im Dorf kamen auf Anhieb 80 Kinder aus dem Umkreis. Für arme Familien aus der Umgebung gewähren wir Schulkostenbefreiung. Weil in unserer Schule jedes Jahr eine Klasse dazukommt, muss permanent weitergebaut werden.

Inzwischen leben mehr als 60 Waisenkinder in Kinyo. In Kindergarten und Schule des Kinderdorfs werden mehr als 240 Kinder bis zur 7. Klasse unterrichtet.

 

Die Geschichte von L’ESPERANCE Ruanda

Im April 1994 wurden in Ruanda in einem Konflikt zwischen den Bevölkerungsgruppen der Hutu und der Tutsi schätzungsweise eine Million Menschen umgebracht. Unzählige Kinder verloren ihre Eltern.

Nach dem Bürgerkrieg konnte die neue Regierung im August auch den Süden und Westen des Landes übernehmen. L’ESPERANCE begann zu dieser Zeit mit dem Kleinbus von unserem Kinderdorf im benachbarten Uganda das Verteilen von Lebensmitteln.

Als erstes Kinderhilfswerk ging L’ESPERANCE dann in die unsichere Region im Westen des Landes. Im Dezember 1994 konnten wir die ersten 100 Waisenkinder ein einem verlassen Gebäude des STA-Krankenhauses Mugonero aufnehmen. Im Verlauf des Jahres 1995 konnten angrenzend an das Krankenhaus leerstehende Häuser renoviert und genutzt werden.

2001 erfolgte schließlich der Umzug auf das heutige Gelände: Kigarama am Kivusee. Bald war dort eine schöne Dorfanlage mit sieben Wohnhäusern, einer Werkstatt für Schneiderei sowie einer Lehrfarm mit ca. 12 ha Gartenbau entstanden, die Kindern eine Heimat schenkte. Dort wo an einem Tag etwa 9000 Menschen ermordet worden waren, haben 107 Waisenkinder in Familiengruppen ein neues Zuhause gefunden.

Dank Gottes Hilfe zeigten sich allmählich gute Erfolge in der seelischen Gesundung der Kinder, die mitangesehen hatten, wie Eltern oder Geschwister vor ihren eigenen Augen dahingemetzelt wurden.

19 Jahre später ordnete die Regierung Ruandas leider an, dass alle Waisenheime bis Ende 2014 geschlossen werden mussten. Die Kinder und Jugendlichen sollten, soweit möglich, zu entfernten Verwandten gebracht werden. Diejenigen, von denen keine Familienangehörigen bekannt waren, sollten adoptiert oder in Gastfamilien untergebracht werden. Bei den Kindern von Kigarama breitete sich Unsicherheit und Angst aus. Doch der Druck der Regierung auf unser Kinderdorf sowie auf Verwandte der Waisenkinder wuchs, sodass immer mehr Kinder abgeholt wurden, die meisten in menschenunwürdige Verhältnisse.

Zu dieser Zeit wurden wir auf eine besondere Not aufmerksam gemacht, in der dringend Hilfe nötig war. Im Westen Ruandas gibt es viele Fälle von vergewaltigten minderjährigen Mädchen. Sie haben in der Regel keinen Schulabschluss, keine Ausbildung, kein Einkommen und mit ihrem Babys keine Zukunftsperspektive. Oft werden sie von ihrer Familie verstoßen oder diese ist nicht in der Lage, die junge Mutter mit ihrem Kind zu unterstützen. Wir beschlossen, in die freigewordenen Häuser solche verzweifelten Mädchen aufzunehmen, ihnen die Möglichkeit eines Schulabschlusses und einer Ausbildung zu eröffnen und sie so auf ein eigenständiges Leben vorzubereiten. Einige Monate, nachdem bereits 40 Mädchen aufgenommen worden waren, verbot eine höhere Regierungsstelle auch dieses Projekt mit der Begründung, dass es sich dabei auch um eine Art Kinderdorf handele.

Nun war die Entscheidung zu treffen, wie wir das schöne Dorf am besten zum Nutzen der Armen einsetzen könnten. Aufgrund der großen Anbauflächen sowie der Milchvieh- und Hühnerhaltung wurde in Beratungen mit ruandischen Freunden und Regierungsbehörden beschlossen, eine Landwirtschaftsschule zu eröffnen.

Dies geschah im März 2016. Sie hat inzwischen die staatliche Anerkennung als vierjährige Senior High School der Fachrichtung Landwirtschaft erhalten, in der Kindern aus armen Familien die Möglichkeit gegeben wird, das Abitur zu machen und eventuell zu studieren. Dort werden inzwischen über 150 Schüler unterrichtet. Die aktuellen Zahlen finden sich in der Rubrik Projekte.

Unser Geschäftsführer Théomistoclès Turihokubwayo ist aufgrund eines tragischen Busunglücks im Dezember 2018 auf den Rollstuhl angewiesen. Seither wurden die Wege auf dem Gelände so umgebaut, dass Barrierefreiheit gewährleistet ist. Somit ist auch gehbehinderten Schülern der Schulbesuch in Kigarama möglich.

 

Die Geschichte von L’ESPERANCE do Brasil

Furchtbare Kindernot gibt es leider in vielen Ländern. So auch in Brasilien. Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen berichteten über erschossene Kinder und Jugendliche in den nächtlichen Straßen der Großstädte. Planmäßig gejagt und abgeknallt.

Als kleines Hilfswerk haben wir leider nicht die Mittel, überall zu helfen. Die Hauptfrage für uns ist nicht: Haben wir das Geld? Wir hatten es nie, wenn wir in einem Land eine Arbeit begannen und wir haben es immer zu wenig. Die Frage ist: Haben wir die Mitarbeiter? Menschen denen es eine von Gott gegebene Lebensaufgabe ist, seine Liebe armen Kindern zu schenken, die bisher überwiegend Egoismus, Gewalt und Hass erfahren haben – solche Leiter sind schwer zu finden. Für Brasilien hatten wir sie. Das gab den Ausschlag.

Die Suche nach einem geeigneten Grundstück ist ebenfalls jedesmal ein Wunder. Groß genug muss es sein, damit später die laufenden Kosten für 100 Kinder und Jugendliche daraus erwirtschaftet werden können. Furchtbaren Boden muss es haben. Genügend Wasser brauchen wir, um auch während der oft langen Trockenzeiten Obst und Gemüse anbauen zu können. Es darf nicht zu fern von einer größeren Stadt liegen, damit das, was erzeugt wird, auch einen Markt findet und: Wir müssen es bezahlen können. Das irgendwo auf der Welt erfüllt zu finden, scheint fast unmöglich.

In Brasilien ist es wieder geschehen: 118 ha groß, furchtbar, mit Bächen, Teichen, Wald und Weide, zwei Häusern und Stallung darauf, mit Strom- und Wasserversorgung, nur einen Kilometer von der Straße und nur 33 km bis zur 200.000-Einwohnerstadt Divinópolis. Die ersten Kinder wurden schon  wenige Wochen später aufgenommen und allmählich entstand ein vorbildlich geführtes Kinderdorf, das bald im weiten Umkreis bekannt war. Fast täglich kamen Besucher, erhielten wir Anfragen von Gerichten zur Aufnahme neuer Kinder.

2014 änderte sich jedoch die Gesetzeslage und die Regierung nutze unser Dorf als Übergangsheim für Sozialwaisen. Die Kinder blieben nicht lange genug, um sie sozial zu integrieren und stabile Familiengruppen zu formen. Die Gesamtsituation machte eine nachhaltige christliche Erziehung unmöglich und bewirkte, dass wir den Behörden Anfang 2014 unsere Hilfe als Kinderheim aufkündigten. Ende 2014 verließen die letzten Jugendlichen unser Dorf.

Daraufhin wurde die L’ESPERANCE-Paulus-Schule für selbstunterhaltende Missionare gegründet. Am 13.03. 2015 begann die Ausbildung mit 15 Studenten. Unter der tatkräftigen Leitung von Alek Sandra und Rozelito Croscop entwickelte sich die Schule zu einem kleinen Paradies.

Junge Männer und Frauen werden durch die Ausbildung befähigt, in entlegenen Gebieten des riesigen Landes Menschen zu helfen gesund zu bleiben oder zu werden, ihren Lebensstandard zu verbessern und ein hoffnungsvolles christliches Leben zu führen. Wie der Apostel Paulus sollen sie dazu in der Lage sein, ihren Unterhalt selbst zu erarbeiten, ohne auf eine Anstellung oder permanente finanzielle Unterstützung angewiesen zu sein. Die Gesundheitsseminare und Missionskurse bringen Menschen körperliche, geistige und geistliche Genesung. Die Schule wirkt außerdem im nahegelegenen Städtchen Itapecerica unter der Bevölkerung, verteilt Literatur, gibt gesundheitlichen Rat, Kurse und Unterricht. Studenten, die das Schulgeld nicht aufbringen können, haben die Möglichkeit, es auf der Farm zu verdienen.

Alek Sandra schrieb uns: „Wir sind überzeugt, dass der Name Gottes durch die L’ESPERANCE Paulusschule in Brasilien geehrt wird. Von hier werden viele Evangelisten ausgehen, die nicht nur die gute Botschaft hinaustragen, sondern die sie auch leben.“

2018 haben Alek Sandra und Rozelito die Leitung unseres Kinderdorfes in Bolivien übernommen. Ihr Sohn Artur Croscop und seine Frau Raquel führen die Arbeit in Brasilien fort.

 

Die Geschichte von L’ESPERANCE de Bolivia

Die deutschen Brüder Edi und Eni studierten Medienproduktion an der Zentraluniversität von Cochabamba, Bolivien. Als sie eines Tages nach dem Unterricht nach Hause liefen, wurden sie von einer älteren Bettlerin angesprochen. Diese zeigte auf ein kleines Kind an ihrer Seite. Leider sprach sie nur Quechua, eine der alten Inkasprachen, und die beiden Studenten konnten kein Wort verstehen. Da begann jemand zu übersetzen. Die Bettlerin bat die jungen Männer, das Kind mitzunehmen, da dessen Eltern gestorben seien. Sie wollte dem Waisenkind eine bessere Zukunft geben. Leider konnten Edi und Eni der Frau nicht helfen. Aber die Erfahrung machte sie sehr nachdenklich. Sie erinnerten sich an Familie Kowoll aus Deutschland, die ein Kinderhilfswerk gegründet hatten und nahmen Kontakt mit L’ESPERANCE Kinderhilfe auf. Sie baten darum, auch in Bolivien ein Kinderdorf zu gründen.

Das Land gehört zu den ärmsten Südamerikas. Mehr als die Hälfte der Kinder leben in Armut und haben keinen Zugang zu Bildung. Oft laufen Kinder fort, die zu Hause Armut oder Gewalt erleben, und leben auf der Straße, was sie zu potenziellen Opfern von Ausbeutung, Drogen- und Alkoholmissbrauch, Verbrechen, Menschenhandel und Gewalt macht. Von 1000 Kindern sterben 75 ehe sie 5 Jahre alt geworden sind an Armut und Mangelernährung. Viele Babys werden einfach ausgesetzt, weil die Familien nicht in der Lage sind, sie zu ernähren.

L’ESPERANCE beschloss zu helfen. Die Eltern der beiden Studenten wurden gebeten, beim nächsten  Besuch ihrer Söhne ein geeignetes Grundstück zu suchen. Wie bei der Gründung aller L’ESPERANCE-Einrichtungen wirkte Gott auch hier. Ein großes Grundstück konnte zu einem erschwinglichen Preis erworben werden. 1998 wurde das L’ESPERANCE-Kinderdorf San Mateo gegründet, um hilfsbedürftigen Kindern ein Zuhause zu geben. Es liegt am Fuße der Anden im feuchtwarmen Regenwald des Amazonasbeckens am Fluss San Mateo, der dem Kinderdorf seinen Namen gab. Der Boden ist hier sehr fruchtbar und tiefgründig, das Klima optimal für den Anbau aller möglichen Obst- und Gemüsearten. Leider wächst nicht nur das Gemüse gut, sondern auch der Dschungel, der innerhalb kürzester Zeit alles überwuchern würde. Dagegen muss permanent mit Macheten angekämpft werden, um die Anbauflächen freizuhalten.

Im Kinderdorf gibt es inzwischen 6 Familienhäuser mit jeweils 10 Kindern, ein Mitarbeiterhaus und zwei Häuser für Volontäre. Die Landwirtschaft ist neben Schreinerei, Bäckerei und einer kleinen Imkerei der Haupterwerbszweig des Kinderdorfs. Auf dem Gelände werden Avocado, Mais, Bohnen, Erdnüsse, Reis, Yucca, grüne Bohnen, Walusa (eine Kartoffelart) und Zuckerrohr sowie Tomaten und Paprika angepflanzt. Der Früchteanbau besteht aus Orangen, Grapefruits, Ananas, Zitronen, Kumquats, Palmfrüchten, Camu-Camu-Bäumen und Copuazú sowie 600 bis 800 Bananenstauden.

Durch die verschiedenen Erwerbszweige haben wir einen Doppeleffekt erzielt: Zum einen tragen die selbst produzierten Produkte zum Unterhalt bei, zum anderen dienen die Bereiche zur Ausbildung für unsere älteren Waisen.

Im Mai 2019 übernahmen Rozelito und Alek Sandra Croscop aus der L’ESPERANCE Schule in Brasilien die Leitung. Durch ihre Erfahrung und Tatkraft wurde renoviert und reorganisiert. Für die Kinder werden viele Aktivitäten angeboten unter anderem eine Pfadfindergruppe, die zusammen, backt, singt, betet, Nachbarn hilft oder sich durch den Dschungel kämpft.

Zwischen Fluss und Waldrand herrscht jetzt fröhliches Leben. Doch immer wieder erreichen uns Notrufe. Für ausgesetzte Babys, für Kinder aus unsäglichen Verhältnissen wird ein Platz gesucht, den wir nicht mehr haben, in einem Haus, das noch zu bauen ist. Die Geschichte von L’ESPERANCE hört hier nicht auf, denn auch die Not hat kein Ende.

L’ESPERANCE-Kinderhilfe e. V. ist eine christliche Organisation, die 1983 in der Bundesrepublik Deutschland gegründet wurde. L’ESPERANCE ist Französisch und bedeutet: „die Hoffnung“.

1. Das Ziel

Unser Hauptziel ist es, in verschiedenen Teilen der Welt christliche Kinderdörfer für Waisenkinder aufzubauen und zu unterhalten. L’ESPERANCE gibt den Waisen wieder die Geborgenheit der Familie und der kleinen Dorfgemeinschaft und schafft günstige Voraussetzungen dafür, dass sie sich persönlich entfalten und eigenständig entwickeln können. Dies geschieht durch eine integrierte ganzheitliche Erziehung. Sie erfolgt in der Familiengruppe und im Gemeinschaftsgefüge des Dorfes, in einer zum Kinderdorf gehörenden von L’ESPERANCE unterhaltenen christlichen Schule und einem parallel zum Schulunterricht laufenden praktischen Training in allen Erwerbszweigen, die zum Dorf gehören. Ziel ist es, „Herz, Haupt und Hand“ der jungen Menschen gleicherweise zu fördern.

2. Hilfe zur Selbsthilfe

Es genügt uns dabei nicht, Waisenkindern wieder ein Dach über dem Kopf zu geben. Kinder brauchen Liebe und Zuneigung, um sich harmonisch entwickeln zu können. Ein besonderes Anliegen ist uns auch, dass bei unserem Helfen die Menschenwürde gewahrt bleibt, indem die Abhängigkeiten so klein wie möglich gehalten werden. L’ESPERANCE-Kinderdörfer sind deshalb als Hilfe-zur-Selbsthilfe-Projekte angelegt. Die Standortwahl ist dabei von ausschlaggebender Bedeutung. Das Dorf soll nach der Aufbauphase durch verschiedene Produktionszweige, die gleichzeitig Ausbildungsbetriebe sind, in der Lage sein, sich seinen Unterhalt selbst zu erwirtschaften.

3. Das Öko-Programm

L’ESPERANCE sieht die Kinderhilfe nicht als isolierten Bereich. Alles was geschieht, hat Auswirkungen auf die Schöpfung. Diese Zusammenhänge praktisch aufzuzeigen, sehen wir als wichtige erzieherische Maßnahme an den uns anvertrauten Kindern. Dabei wollen wir gleichzeitig ein positives Vorbild für die Umgebung eines Kinderdorfes geben. Wir möchten damit als Multiplikatoren wirken. Zu einem L’ESPERANCE-Kinderdorf gehören deshalb in der sogen. Dritten Welt ein Aufforstungsprogramm, Erosionsschutzmaßnahmen, möglichst biologischer Gartenbau mit Mischkulturen sowie biologischer Feldbau mit Fruchtfolgen von Leguminosen, Imkerei, schonende Landbestellung unter weitgehendem Verzicht auf Motorgeräte, Verbesserung der Bodenqualität durch Mulchen und Kompostierung und Tierhaltung in Ställen. Tierdung soll nicht als Brennmaterial verwendet werden.

4. Das Arbeits-Programm

Da in der Regel in den Entwicklungsländern eine hohe Arbeitslosigkeit herrscht, verzichten wir bewusst weitgehend auf Motorkraft. Das Land wird möglichst mit Tieren bestellt, viele Transportaufgaben mit Eseln durchgeführt, bei den Bauarbeiten werden keine Maschinen eingesetzt. Es wird möglichst viel durch Muskelkraft getan. Durch diese arbeitsintensive Wirtschaftsweise leben zum Beispiel im ältesten L’ESPERANCE-Kinderdorf Akaki Beseka in Äthiopien zur Zeit zwischen 500 und 600 Menschen direkt von diesem verhältnismäßig kleinen Projekt. Über 50 Mitarbeiter haben dort mit ihrem Familien Arbeit und Brot gefunden. Ein weiterer Vorteil der an die Landessituation angepassten Arbeitsweise ist eine Reduzierung der Beschaffungsschwierigkeiten, die im Falle der Technisierung durch den Mangel an Fachkräften, Werkstätten und Ersatzteilen sehr groß sein können.

5. Das Energie-Programm

In den meisten Ländern der Dritten Welt sind Erdöl und Kohle teure, zu importierende Energieträger und Holz steht nur begrenzt zur Verfügung. L’ESPERANCE prüft deshalb in jedem Fall die Möglichkeit zum Einsatz alternativer Energiequellen, wie Sonne, Wind und Biogas. Im Bauprogramm werden alternativ zu den energieintensiven Hohlblocksteinen selbst hergestellte Adobe-Trockenziegel (Lehm-Stroh-Ziegel), sonstige Lehmbauweisen und Natursteine in Betracht gezogen. Damit soll außerdem eine gute Möglichkeit zur Holzeinsparung gegenüber der herkömmlichen Hüttenbauweise aufgezeigt werden. Über die Realisation dieses Programmes berichten wir in Infobriefen, länderbezogenen Faltblättern, durch Diavorträge, Referate und Tagungen, durch Kinderdorfkalender und das Buch „Leben aus erster Hand“.

1. Im Bereich der familienersetzenden Kinderhilfe an Waisen und Sozialwaisen

  • 3 Kinderdörfer mit 241 Waisenkindern in Äthiopien, Uganda und Bolivien
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2. In der vorschulischen und schulischen Ausbildung

  • 2 Kindergärten für 308 Kinder in Äthiopien und Uganda
  • 2 Grundschulen für 623 Schüler in Äthiopien und Uganda
  • 1 Gesamtschule bis Klasse 12 für 374 Schüler in Äthiopien
  • 1 Oberstufe (Klasse 9-12) für 114 Schüler in Ruanda
  • 2 Internate mit 134 Kindern in Äthiopien und Uganda
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3. In Berufsvorbereitung und -ausbildung

  • Schreinerei in Bolivien
  • Bäckereien in Äthiopien und Bolivien
  • Getreidemühle in Äthiopien
  • Schlosserei in Äthiopien
  • Klassen mit Ausbildung am Computer in Äthiopien und Ruanda
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4. Im Landwirtschaftsbereich (Aktivitäten der Farmen in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit)

  • Äthiopien (30 ha): Garten- und Ackerbau, Forstbaumschule, Wald, Milchvieh und Imkerei
  • Uganda (45 ha): Lehrfarm, Garten- und Obstanbau, Aufforstung, Hühner- und Ziegenhaltung
  • Ruanda (24 ha): Lehrfarm, Garten- und Obstanbau, Milchvieh, Imkerei und Seidenraupen
  • Brasilien (118 ha): Lehrfarm, Garten- und Obstanbau, Schutzwald, Weidetierhaltung, Milchvieh und Imkerei
  • Bolivien (59 ha): Wald, Garten- und Obstanbau sowie Imkerei
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5. Im medizinischen Bereich

  • Medizinische Ambulanz in Äthiopien
  • Gesundheitsprogramme in Brasilien
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6. Im sozialen und missionarischen Bereich

  • Verschiedene Hilfen für Arme in Äthiopien, Uganda, Ruanda, Brasilien und Bolivien
  • 3 Mehrzweckhallen für Gottesdienste und kulturelle Aktivitäten in Äthiopien, Ruanda und Brasilien
  • Durchführung von Bibelseminaren und Evangelisationen in Äthiopien, Ruanda, Uganda, Brasilien und Bolivien
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For information in English click here

L‘ESPERANCE Kinderhilfe

Betreuung von Voll-, Halb- und Sozialwaisen 241 Waisenkinder in Äthiopien, Uganda und Bolivien

Adventistische Bildung für Junge und Junggebliebene: 1419 Schüler in Äthiopien, Uganda, Ruanda und Brasilien

Evangelisierung der Umgebung in Wort und Tat: Hunderte Taufen pro Jahr (324 in 2019)

300 Hektar Land- und Forstwirtschaft Gemüse- und Obstanbau, Honig, Milch, Eier, Fisch, Tierhaltung

Landwirtschaftsschulen in Ruanda und Brasilien

Handwerk: Bäckerei in Äthiopien, Schneiderei in Ruanda, Schreinerei und Bäckerei in Bolivien

Gesundheitsförderung in Brasilien: Bildungs- und Kurangebote

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Flyer zum Ausdrucken

Unsere Entwicklung

Von einer kleinen Privatinitiative zu über 200 Mitarbeitern

Von der reinen Waisenbetreuung zum Bildungswerk

Vom kritisch beäugten »Independent Ministry« zur Mitgliedschaft in ASI Deutschland, Österreich und Portugal sowie in OCI

Vom Pionier zum Urgestein unter den deutsch-adventistischen Privatinitiativen

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